Hidden Peak (8080 m) - Pakistan

Der Hidden Peak, auch Gasherbrum I oder K5 ist der Hauptgipfel der Gasherbrum-Gruppe und mit 8080 Meter der elfthöchste aller Achttausender.

Name

Als Gasherbrum – zu Deutsch schöner Berg – wurde ursprünglich der weithin sichtbare Gasherbrum IV bezeichnet, als höchster Berg des Massivs erhielt der Hidden Peak den Namen Gasherbrum I, die weiteren Berge wurden der Höhe nach nummeriert. Der Name Hidden Peak stammt vom britischen Forschungsreisenden William Martin Conway, der das Baltorogebiet 1892 bereiste. Er wurde einerseits deshalb gewählt, weil der Berg vom Baltoro-Gletscher aus nicht zu sehen ist und andererseits zur besseren Unterscheidung von seinem Nachbarn, dem Gasherbrum II. Zuvor trug der Berg die Bezeichnung K 5, die auf T. G. Montgomerie zurückging.

Lage

Er liegt im Karakorum zwischen dessen pakistanisch kontrolliertem Teil und dem chinesisch beanspruchten Shaksgam-Tal und gehört zum berühmtesten Teil des Karakorum, dem Baltoro Muztagh. Im Baltoro liegt er ganz zuhinterst, viele Kilometer östlich des zentralen Concordiaplatzes, an dem sich die Quellgletscher des Baltoro-Gletschers zu einem großen Strom vereinigen. Er ist versteckt hinter der Gruppe der Gasherbrum IV, V und VI, und nur wenige Kilometer vom Conway-Sattel entfernt, der den Übergang in den indisch kontrollierten Teil des Karakorum vermittelt. Von allen Seiten ist er nur durch kilometerlange Gletschermärsche erreichbar.

Der Name 'Hidden Peak' stammt vom britischen Forschungsreisenden William Martin Conway und wurde einerseits deshalb verwendet, da der Berg vom Baltoro-Gletscher aus nicht zu sehen ist und andererseits zur besseren Unterscheidung von seinem Nachbarn, dem Gasherbrum II.

Sein Nordgrat fällt zum Sattel Gasherbrum-La hin ab, der Gegenanstieg führt schließlich auf den G II. Der Südostgrat, auch Urdok-Kamm genannt, setzt sich über die Urdok-Gipfel bis zum Sia Kangri fort. Der steile Westgrat führt vom Gasherbrum-Kessel zum Gipfel. Vorläufiger Endpunkt des Südwestpfeilers ist der 7109 m hohe Nebengipfel Gasherbrum Süd, aufgrund seiner Position am Südostende (bzw. -anfang) des Gasherbrumkessels auch als G 0 bezeichnet. Südöstlich davon liegt der IHE-Sporn, benannt nach der von G. O. Dyhrenfurth geleiteten internationalen Himalaya Expedition 1934. Ihn empfahl Dyhrenfurth als vermutlich leichtesten Aufstiegsweg, die Erstbesteiger folgten dieser Route.

Aufgrund des Kaschmir-Konflikts und der Besetzung des nahen Siachen-Gletschers durch die indische Armee sperrte die pakistanische Regierung das Gebiet des Abruzzigletschers oberhalb der Einmündung des südlichen Gasherbrum-Gletschers. Der Zugang zum IHE-Sporn ist damit nicht mehr möglich, der Berg ist nur noch aus dem Gasherbrum-Tal zu erreichen.

Geologie

Der Karakorum ist als Teil des Himalayasystems ein Faltengebirge, und entsteht als Folge der Plattentektonik durch die Kollision der indischen mit der eurasischen Platte. Der Vorgang der Gebirgsbildung ist noch nicht abgeschlossen, an einigen Stellen wächst der Karakorum noch um bis zu fünf Zentimeter pro Jahr.

Die Gesteinsschichtung im Karakorum ist regional sehr unterschiedlich. Sie besteht aus dünnen, schwarzen Schieferplatten, Dolomit oder Muschelkalk. Während die westlichen Teile des Karakorums (Trango-Gruppe, Latok-Gruppe, Ogre), aus rotgelbem Granit bestehen, setzt sich die gesamte Gasherbrum-Gruppe aus brüchigem Kalkstein zusammen. Dessen hoher Anteil an kristallinen Mineralien sorgt für das namensgebende Leuchten der Westseite der Berge in der Abendsonne.

Topografie

Die Gasherbrum-Gruppe hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 30 Kilometern und eine West-Ost-Ausdehnung von etwa 15 Kilometern. Sie erstreckt sich auf einer Fläche von etwa 450 Quadratkilometern. Den Hauptkamm bildet eine oft verzweigte, etwa 50 Kilometer lange Mauer großer Fels- und Eisberge mit einem Höhenunterschied von 6350 bis 8080 Metern.

Der Hidden Peak, der am Gasherbrum La mit dem Gasherbrum II verbunden ist. Sein Südostgrat erstreckt sich als Urdok-Kamm bis zum mehrgipfligen Sia Kangri. Eine eindeutige geografische Abgrenzung zwischen Gasherbrum I und Sia Kangri ist nicht auszumachen, dennoch endet die Gaherbrum-Gruppe, die zum Baltoro Muztagh gehört, am Abruzzi-Sattel zwischen Hidden Peak und Sia Kangri. Letzterer zählt zum Siachen Muztagh.

Quelle: www.wikipedia.de

Besteigungsgeschichte

1892

William Martin Conway führt die erste Expedition in das Gebiet des oberen Baltoro. Dabei gelangen erstmals Menschen auch an den Fuß des Gasherbrum I. Am benachbarten Baltoro Kangri wird eine Höhe von 6890 m erreicht, was einen damaligen Höhenweltrekord darstellt.

1934

Internationale Expedition unter Leitung von G.O. Dyhrenfurth

Erste Erkundung. Besteigungsversuch am rechten Südwestsporn, der zum Verbindungsgrat Gasherbrum - Urdok führt. Abbruch auf etwa 6200 m Höhe, da die einheimischen Träger nicht bereit waren, diesen Weg zu gehen.

Die Expedition wandte sich dann dem Sia Kangri (Queen Mary Peak) zu, nachdem sie bereits vorher umfangreiche Erkundungen im gesamten Baltoro-Gebiet durchgeführt hatte.

1936

Französische Expedition unter Leitung von Henry de Ségogne.

Am linken schwierigen Südwestsporn wurde eine Höhe von 7000 m erreicht. Anhaltendes Schlechtwetter führte zum Abbruch der Expedition.

1958

Amerikanische Expedition unter Leitung von Peter K. Schoening

Erstbesteigung über den langen Südgrat- und Südostgrat. Am 5. Juli um 15 Uhr stehen Peter K. Schoening und Andrew J Kauffman auf dem Gipfel. Es wurde künstlicher Sauerstoff verwendet.

1975

Reinhold Messner und Peter Habeler gelingt am 10. August die Besteigung über die Nordwestwand im alpinen Stil, ohne Verwendung künstlichen Sauerstoffs. Es ist die 2. Besteigung des Berges.

1975

Am 11. August gelingt den Österreichern R. Schauer, H. Schell und H. Zefferer die dritte Besteigung über den Südostgrat (Route der Erstbesteiger)

1977

Den Slowenen Stremfelj und Zaplotnik gelingt die Erstbegehung des Südwestsporns zum Westgrat und des Westgrates. Es werden 4 Lager errichtet, das höchste auf 7500 m. Von dort erreichen die beiden Bergsteiger nach gut 12 Stunden Aufstieg am 8. Juli den Gipfel. Drago Bregar, der in Lager 4 auch noch auf einen Gipfelerfolg hofft, meldet sich bei schlechter werdendem Wetter zuletzt am 10. Juli per Funk und bleibt dann verschollen. Er ist der erste Tote am GI.

1980

Den Franzosen Maurice Barrard und Georges Narbaud gelingt als Mitgliedern einer französischen Expedition die Erstbegehung über den Peak 7069 und den anschließenden Südwestgrat und weiter zur Route von 1958. Sie stehen am 5. Juli auf dem Gipfel.

1982

Am 22. Juli erreichen die Deutschen Michael Dacher, Siegfried Hupfauer und Günter Sturm um 18.20 Uhr den Gipfel über eine Route im linken Teil der Nordwestwand. Im Abstieg müssen sie biwakieren. Vor ihrem Gipfelangriff hatten sie über 3 Wochen auf besseres Wetter warten müssen.

1982

Mit einer französisch-schweizerischen Expedition erreicht Madame Saudan am 27.7. den Gipfel; es ist die erste Besteigung durch eine Frau. Derselben Expedition gelingt auch die erste Skiabfahrt vom Gipfel.

1983

Den Schweizern Erhard Loretan und Marcel Rüedi gelingt die Eröffnung einer weiteren neuen Route im linken Teil der Nordwestwand, die auf dem Plateau westlich des Gasherbrum La ansetzt. Am 23. Juni stehen sie auf dem Gipfel, nachdem sie in 7050 m Höhe kampiert hatten. Am 16. Juni waren sie auf dem Gipfel des Gasherbrum II gestanden.

1983

Die Polen J. Kukuczka und V. Kutyka bezwingen erstmals die Westwand des Gasherbrum I. Die Besteigung erfolgt im Alpinstil. Sie erreichen den Gipfel am 23. Juli nach 4 Tagen Aufstieg.

1983

Einer spanischen Expedition gelingt eine Routenvariante zur Besteigung von 1980, indem sie vom Fuß der Westwand nach Südosten (links von P 7069) zum Südgrat aufsteigen. Sie erreichen den Gipfel am 22. August.

1984

Reinhold Messner und Hans Kammerlander gelingt die Überschreitung von Gasherbrum II und Gasherbrum I ohne zwischenzeitlichen Abstieg ins Tal. Es ist die erste Doppelüberschreitung von 2 Achttausendern. Am 25.6. hatten sie den Gipfel des GII und am 28.6. den Gipfel des GI erreicht.

1985

Den Italienern Pierantonio Camozzi und Agostino Da Polenza gelingt die Eröffnung einer neuen Route im rechten Teil der Nordwestwand. Sie stehen am 9. Juni auf dem Gipfel.

1985

Eric Escoffier gelingen Auf- und Abstieg innerhalb 21 Stunden.

1986

Eine japanische Expedition unter Leitung von O. Shimizu und K. Wakutsu eröffnet die neue Route an der Nordwestflanke durch das sog. Japaner-Couloir. Diese Route kann als die heutige Normalroute bezeichnet werden. Der Zugang zur Route der Erstbesteiger über den Südwestgrat ist schon lange nicht mehr erlaubt, da dort und am Conway-Sattel pakistanisches Militär wegen des Kashmir-Konfliktes stationiert ist. Die Japaner erreichen den Gipfel am 2. August.

1990

Erstbegehung des kompletten Westgrates durch eine japanisch/pakistanische Expedition. 4 Teilnehmer stehen am 15. Juli auf dem Gipfel.

1996

Dem französischen Bergsteiger Jean-Christoph Laffaille gelingt im Juli innerhalb von knapp 4 Tagen die Besteigung von Gasherbrum II und I ohne zwischenzeitlichen Abstieg ins Basislager. Es war allerdings keine Überschreitung wie 1984, wo für Auf- und Abstieg verschiedene Routen benutzt wurden.

2008

Die Russen Valeri Babanov und Victor Afanasiev besteigen den G I über eine neue Route im linken Teil der Westwand, die in 7600 m Höhe auf den Westgrat trifft. Sie stehen am 1. August auf dem Gipfel.

Quelle: himalaya-info.org

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