Hindelanger Klettersteig

Nebelhorn 2220 m / Allgäuer Apen

Der 1973-1978 angelegte Hindelanger Klettersteig gehört zu den beliebtesten Steigen der Nördlichen Kalkalpen. Das hat natürlich viel mit der Nebelhornbahn zu tun, die einem den Auf- und Zustieg abnimmt. Unterschätzen darf man die Route deshalb keineswegs, verlangt der lange Grat bis hinüber zum Großen Daumen doch etwas Kletterfertigkeit und eine gute Kondition.

Charakter

Der in den siebziger Jahren angelegte Klettersteig folgt dem recht zerklüfteten, gut vier Kilometer langen Grat, der das Nebelhorn mit dem Großen Daumen verbindet. Trotz recht aufwendiger Sicherungen darf die Route nicht unterschätzt werden, weist sie doch einige sehr exponierte Passagen auf. Probleme können auch stark abgeschmierte Felsen und die vielen erdigen Stellen bereiten, die bei Nässe gefährlich sein können. Das fortgesetzte Auf und Ab verlangt zudem konzentriertes Gehen über mehrere Stunden hinweg. Es bestehen drei markierte Zwischenabstiege ins Koblat.

Beschreibung

Hindelanger Klettersteig: Von der Seilbahnstation (2220 m) kurz abwärts, dann ungesichert mit leichten Kletterstellen (I-II) über eine erste Graterhebung hinweg. Dahinter zum eigentlichen Einstieg, den eine senkrechte Leiter markiert. Teilweise gesichert auf den Westlichen Wengenkopf (2235 m), weiter an dem zunehmend schärferen Grat entlang, wobei eine sehr exponierte, mit zwei kleinen Tritten entschärfte Stelle zu meistern ist. Eine Eisenleiter hilft über einen Felsabbruch hinab; unter einer senkrechten Wand weiter abwärts und am Kamm in Schrofengelände zur markanten Scharte zwischen den Wengenköpfen (Notabstieg). Anschließend geht's gleich wieder bergan, über eine lange, schräge Leiter auf eine Felsschulter, dann links mit Drahtseilhilfe zum Kamm. Weiter mit einigem Auf und Ab, nur teilweise gesichert, auf den Östlichen Wengenkopf (2207 m). Dahinter recht exponiert über eine Leiter hinunter in eine nächste Scharte; vor dem Gegenanstieg zu den Zwiebelsträng (2135 m) besteht eine weitere Abstiegsmöglichkeit.
Künstliche Tritte helfen über plattige Felsen hinweg. Aus dem Koblat blinken smaragdgrüne Seeaugen herauf; am südöstlichen Horizont dominiert die ebenmäßig gebaute Pyramide des Hochvogel (2592 m). Gut gesichert überschreitet man die letzten Gratzacken, ehe einen der Hindelanger über eine Leiter in einen Schrofensattel (ca. 2170 m) verlässt; wenig weiter stößt man auf den vom Koblat heraufkommenden Weg: etwa 20 Minuten noch zum Gipfel des Großen Daumen (2280 m).
Die Gesamtzeit beträgt etwa 6 Stunden; Hindelanger Klettersteig bis Großer Daumen etwa 4 Stunden, Rückweg übers Koblat etwa 2 Stunden.

Zustieg zum Kletterstieg

Von der Bergstation der Nebelhorn-Seilbahn am Gipfel des Nebelhorns (2224 m). Alternativ kommt auch die Zwischenstation beim Edmund-Probst-Haus (1927 m) infrage. Von dort zu Fuß in etwa 50 Minuten auf einem markierten Wege zum Gipfel.

Abstieg

Über das Koblat zur Zwischenstation der Nebelhornbahn (Edmund-Probst-Haus, 1927 m).

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