Dhaulagiri (8167 m) - Nepal

Dhaulagiri (Weißer Berg, nepali: Dhaulāgirī) ist der höchste Gipfel des Dhaulagiri Himal im Himalaya. Mit einer Höhe von 8167 Metern ist er einer der Achttausender und der siebthöchste Berg der Erde. Durch das Kali-Gandaki-Tal getrennt erhebt sich ca. 35 km östlich des Dhaulagiris die Annapurna.

Die Höhe des Dhaulagiri wurde 1809 von Leutnant William Spencer Webb und Captain John Hodgson auf 8190 Meter vermessen. Er war damit der erste entdeckte Achttausender und galt von da an bis zur Vermessung des Kangchendzönga im Jahre 1838 als höchster Berg der Erde.

Quelle: www.wikipedia.de

Besteigungsgeschichte

1950

Französische Expedition unter Leitung von Maurice Herzog

Die Expedition hat die Absicht, entweder den Dhaulagiri oder die Annapurna zu besteigen. Alles hängt von der Erkundung der bis jetzt noch unbekannten Aufstiegsmöglichkeiten ab. Eine Gruppe geht von Tukuche über den Dhampus-Pass bis zum Franzosen-Pass unmittelbar gegenüber der Nordwand des Dhaulagiri I. Der wilde Mayangdi-Gletscher sowie die abschreckende Nordwand veranlasst die Bergsteiger zur Umkehr. Eine weitere Abteilung macht einen Versuch an dem wilden Ostgletscher, muss aber im Eisbruch auf etwa 5500 m Höhe aufgeben.

1953

Schweizer Expedition unter Leitung von Bernhard Lauterburg

Der Anmarsch erfolgt durch das Mayangdi-Tal zur Westflanke. In der Nordwestflanke wird die sog. "Birnen"-Route erschlossen, welche ihren Namen von einem birnenförmigen Felswulst im oberen Teil der Flanke hat. Am 29. Mai muss man auf etwa 7300 m Höhe wegen gefährlicher Schneelage aufgeben.

1954

Argentinische Expedition unter Leitung von Franzisco Ibanez

Am 1. Juni wird über die Birnen-Route der Westgrat auf 7900 m Höhe erreicht. Ein Schneesturm am nächsten Tag zwingt aber zur Umkehr. Der Expeditionsleiter stirbt auf dem Rückweg an den Folgen seiner Erfrierungen.

1955

Schweizer Expedition unter Leitung von Martin Meier.

Auf der Birnen-Route wird eine Höhe von 7400 erreicht, wo Schneestürme den Rückzug erzwingen.

1956

Zweite argentinische Expedition unter Leitung von E. Huerta.

Auch diese Expedition über die Birnen-Route wird auf 7900 m Höhe zur Umkehr gezwungen.

1958

Dritte schweizerische Expedition unter Leitung von Werner Stäuble.

Erneuter Misserfolg auf der Birnen-Route. In 7550 m Höhe erzwingt ein Schneesturm den Abbruch.

1959

Österreichische Expedition unter Leitung von Fritz Moravec.

Die Österreicher gehen auf dem Maygdi-Gletscher bis auf 4750 m Höhe, wo unter der auffallenden Felsgestalt des Eiger das Basislager errichtet wird. Über den Gletscher weiter in Richtung Südost wird der Nordostsattel (5700 m) erreicht. Von dort steigen Karl Prein und Pasang Dawa Lama (siehe Cho Oyu 1954) am 25. Mai am Nordostgrat bis auf eine Höhe von 7800 m. Schlechtes Wetter zwingt sie zur Umkehr.

1960

Vierte schweizerische Expedition unter Leitung von Max Eiselin.

Erstbesteigung am 13. Mai durch Ernst Forrer, Kurt Diemberger, Albin Schelbert, Peter Diener, Njima Dorje und Nawang Dorje über den Nordostgrat ohne künstlichen Sauerstoff. Kurt Diemberger ist damit nach Hermann Buhl der zweite Mensch, welcher 2 Achttausender erstmals bestiegen hat. Die Versorgung der Expedition erfolgte weitgehend per Flugzeug von Pokhara zum Nordostsattel. Es wurde kein künstlicher Sauerstoff verwendet.

1969

Amerikanische Expedition unter Leitung von B.N. Everett.

Beim Versuch der Besteigung über den Südostgrat mit Zugang über den Ostgletscher kommen insgesamt 7 Expeditionsmitglieder in einer Eislawine ums Leben.

1970

Japanische Expedition unter Leitung von T. Ota und S. Imanari.

Zweite Besteigung des Dhaulagiri I, Route über den Nordostgrat.

1975

Japanische Expedition unter Leitung von T. Amemiya

Beim Versuch, den Dhaulagiri I über den Südpfeiler im linken Bereich der mächtigen Südwand zu besteigen, kommen 5 Teilnehmer in einer Lawine ums Leben.

1978

Japanische Expedition unter Leitung von T. Amemiya

Erste Besteigung über den Südpfeiler. Am 22. April stirbt ein Japaner während der Erschließung der Route im unteren Bereich. Am 10. Mai erreichen Toshiaki Kobayashi und Tatsuji Shigeno den Gipfel, am folgenden Tag 4 weitere Teilnehmer.

1978

Japanische Expedition unter Leitung von S. Tanaka

Erste Besteigung über den Südostgrat mit Zugang über den Ostgletscher. Beim Aufstieg durch die Steilwand zum Grat werden am 23. September drei Teilnehmer von einer Lawine in den Tod gerissen. Am 18.10 erreichen Miyazaki, Tani und Ube den Gipfel. Am 20.10. stürzt im Abstieg ein weiterer Japaner ins Seil, kann sich nicht befreien und stirbt, bevor ihn seine Kameraden finden.

1980

Internationale Kleinexpedition unter Leitung von Wojciech Kurtyka

Am 9. Mai wird erstmals die Ostwand von Woiciech Kurtyka, Alex MacIntyre, Renalto Ghilini und Ludwig Wilczynski durchstiegen. Am Ausstieg am Nordostgrat in 7650 m Höhe erkennen sie die große Lawinengefahr und steigen über den NO-Grat ab. Da sie nicht ohne Gipfelerfolg heimkehren wollen, ersteigen sie den Gipfel dann am 18. Mai über den NO-Grat.

1982

Japanische Expedition unter Leitung von Norio Sasaki

Erstbegehung der kompletten Nordwand über die Birnen-Route. Am 18. Okt. erreichen Kozo Komatsu, Yasuhira Saito und Nonoru Yamada den Gipfel.

1982

Japanische Expedition unter Leitung von So Anma

Erste Winterbesteigung eines Achttausenders. A. Koizumi und der Sherpa Wanchu erreichen den Gipfel am 13.12. über den Nordostgrat. Es wurde künstlicher Sauerstoff verwendet.

1984

Tschechoslowakische Expedition unter Leitung von Jiri Novak

Erste Begehung der Westwand. Die Route führt im linken Teil der Wand zum Nordwestgrat und über diesen zum Gipfel. Ein erster Versuch am 5. Okt. scheitert im schlechten Wetter. Am 23. Okt. erreichen Karel Jakes, Jan Simon und Jaromir Stejskal den Gipfel. Im Abstieg stürzt Simon tödlich ab.

1985

Dem Polen Jerzy Kukuczka gelingt am 21. Januar eine weitere Winterbesteigung des Dhaulagiri I. Der Aufstieg erfolgte über die Normalroute am Südostgrat.

1985

Tschechoslowakische Expedition unter Leitung von Jiri Novak

Erstbegehung des Pfeilers in der rechten Westwand bis zum Südwestgrat, aber ohne Gipfelerfolg.

1986

Polnische Expedition unter Leitung von Eugeniusz Chrobak

Erstbegehung der Südwand im linken Wandteil bis zum Südwestgrat ohne Gipfelbesteigung.

1988

Internationale Expedition unter Leitung von Jiri Novak

Erstbegehung des kompletten Südwestgrates im alpinen Stil. Die Slowaken Zoltan Demjan und die Russen Yuri Moisseev und Kazbek Valiev brechen am 28. Sept. in 5100 m Höhe auf und erreichen nach 8 (!) Biwaks am 6 Okt. den Gipfel. Im Abstieg benötigen sie nochmals 3 Biwaks.

1991

Kasachische Expedition unter Leitung von Kazbek Valiev

Erstbegehung des Mittelpfeilers der Westwand zum Südwestgrat mit Gipfelbesteigung. Über die neue Route in der Westwand erreichen am 10. und 13. Mai insgesamt 9 der 14 Teilnehmer den Gipfel.

1993

Russische Expedition unter Leitung von Sergei Efimov

Erste Begehung der direkten Nordwand. Die Route verläuft links der Birnen-Route direkt zum Gipfel. Über sechs Lager erreichen 7 der 10 Teilnehmer am 11. Mai den Gipfel.

1999

Der Slowene Tomaz Humar erreicht bei seinem Versuch der Besteigung der bisher unbezwungenen Südwand eine Höhe von 7900 m. Nach einem 8-tägigen Alleingang in der Wand muss er entkräftet aufgeben. Da aber seine Kräfte für einen Abstieg durch die Wand nicht mehr ausreichen, quert er die Süd - und Ostwand hinüber zur Normalroute am Nordostgrat, wo eine amerikanische Expedition ein Zelt auf 7300 m Höhe für ihn hatte stehen lassen. 2 Tage später ist er per Hubschrauber zurück in Kathmandu.

Quelle: himalaya-info.org

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