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Allalinhorn (4027m)


Das Allalinhorn ist ein 4027 m hoher Gipfel in den Walliser Alpen. Es zählt zu den leichtesten und meist bestiegenen Viertausendern der Alpen, nicht zuletzt, da die Metro Alpin bis auf etwa 570 Höhenmeter an den Gipfel heranführt und dieser von der Bergstation der Bahn in etwa zwei Stunden erreichbar ist. Der Gipfel erhebt sich im Mischabelkamm zwischen Saastal im Osten und Mattertal im Westen und gehört zu der nach ihm benannten Allalingruppe, der mit dem Alphubel, Strahl- und Rimpfischhorn drei weitere, allesamt höhere Viertausender angehören.

Lage

Das Allalinhorn befindet sich 7 Kilometer südwestlich von Saas-Fee und ist von vier großen Gletschern umgeben: Im Norden befindet sich der Feegletscher, östlich der Hohlaubgletscher, im Südosten der Allalingletscher und im Südwesten der Mellichgletscher. Zum Gipfel streben vier Grate, die sich aber mit Ausnahme des Ostgrates – auch Hohlaubgrat genannt – im Gipfelbereich unter einer dicken Eishaube verlieren.
Westlich befinden sich Feekopf (3888 m) und Alphubel (4206 m), durch Feejoch (3826 m) und Alphubeljoch (3772 m) getrennt. Südlich trennt der Allalinpass (3564 m) das Rimpfischhorn (4199 m) vom Allalinhorn.

Besteigungsgeschichte

Im Jahr 1828 überschritt Heinrich Michaelis in Begleitung eines Führers den Allalinpass und erschloss damit die Route zum Südwestgrat. Doch erst 28 Jahre später gelang die Erstbesteigung des Allalinhorns über diesen Grat. Am 28. August 1856 führten der Pfarrer Johann Josef Imseng und sein Knecht Franz Josef Andenmatten, beide aus Saas Grund, den Engländer Edward Levi Ames auf den Gipfel. Der Nordwestgrat, der heutige Normalweg, wurde erstmals am 1. August 1860 begangen, wieder war Franz Josef Andenmatten mit von der Partie, außer ihm Sir Leslie Stephen, F. W. Short, Frederick William Jacomb, C. Fisher, Moritz Anthamatten, Peter Taugwalder und Johann Kronig.
Die erste Überschreitung des Gipfels gelang am 27. Juli 1882 dem Berner Gymnasiallehrer und Historiker Heinrich Dübi mit den Führern Alphons und Peter Supersaxo. Sie gelangten dabei über den schwierigen Nordostgrat auf den Gipfel, der Abstieg erfolgte über den Hohlaubgrat. Beide Grate wurden im Zuge dieses bemerkenswerten Unternehmens erstbegangen. Im Aufstieg wurde der Hohlaubgrat erst fünf Jahre später bewältigt, am 12. Juli 1887, durch die Engländer Harold Ward Topham, C. H. Redall mit dem Führer Aloys Supersaxo. Ein Jahr zuvor hatten Aloys Supersaxo und der Brite C. A. C. Bowlker als erste die Südwand durchstiegen, die Kletterschwierigkeiten des IV. Grads aufweist.
Die erste Winterbesteigung gelang dem Schweizer R. Bracken im Jahr 1907 im Alleingang. Am 17. April desselben Jahres vollbrachten die Zürcher A. Hurter und Max Stahel mit Othmar und Oskar Supersaxo die erste Skibesteigung.

Routen


Westflanke (Normalweg)

Der kürzeste Anstieg auf das Allalinhorn beginnt bei der Station Mittelallalin der Metro Alpin (3454 m). Bei Nutzung der Bahn ist die Besteigung dabei als Tagestour möglich. Von der Station quert man zunächst das Pistengebiet nach Westen. Der Anstieg führt dann weiter auf der fast immer deutlichen Spur unter den Séracs der Allalinhorn-Nordwand hindurch, einige Spalten und Schründe umgehend zum Feejoch. Vom Joch geht es weiter in östlicher Richtung über den mäßig steilen Firnhang auf den etwas südlich des Gipfels gelegenen Gratrücken. Von dort gelangt man in wenigen Minuten zum Gipfelgrat und zum aus einigen Felsen bestehenden Gipfel mit Kreuz. Diese Route nimmt ungefähr zwei Stunden in Anspruch, der Schwierigkeitsgrad ist gering
Eine Zugangsmöglichkeit zu dieser Route besteht von Längfluh (2870 m). Diese Alternative bietet bei Nächtigung im Berghaus Längfluh die Möglichkeit, dem größten Andrang während der Betriebszeiten der Bergbahnen zeitlich auszuweichen.

Hohlaubgrat (Ostgrat)

Ausgangspunkt einer Besteigung über den Hohlaubgrat ist die Britanniahütte. Dieser Grat trennt den Allalin- und Hohlaubgletscher. Der Grat ist im oberen Teil recht scharf geschnitten und besteht dort überwiegend aus Firn, mit Ausnahme einer etwa 20 Meter hohen Felsstufe knapp unterhalb des Gipfels, der Schlüsselstelle der Route.
Von der Britanniahütte führt zunächst ein deutlicher Pfad in südwestlicher Richtung zum Hohlaubgletscher hinab. Auf diesem hält man sich zunächst rechts, am nördlichen Rand des Gletschers, um die Spaltenzone des Gletschers zu umgehen. Später biegt man in südlicher Richtung ab, in Richtung der ersten deutlichen Einsattelung des Hohlaubgrats. Auf etwa 3100 m wird der Grat betreten. Weiter gelangt man entweder über Blockwerk direkt auf dem Grat, oder in der rechten, nördlichen Gletscherflanke zu einem Gratgipfel (3597 m). Nach kurzem, aber markantem Abstieg führt der Anstiegsweg nun über einen langen, steilen Hang zur Ostschulter (3837 m), von dieser über drei kürzere Steilaufschwünge an den Gipfelaufbau heran. Die folgende, teilweise brüchige Felsstufe, ist mit Bohrhaken versehen und weist Kletterschwierigkeiten des II. Grads auf. Über zwei Seillängen gelangt man zum Gipfelfirn und über diesen in wenigen Minuten zum Gipfel.
Insgesamt sind für diesen Weg 4 Stunden zu veranschlagen, die Schwierigkeit wird mit WS+ bewertet. Eine weitere Zugangsmöglichkeit zum oberen Teil des Grats besteht von der Mittelstation der Metro Alpin auf 3300 Meter, der Station Hohlaub, die nur bei der ersten morgendlichen Bergfahrt bedient wird. Durch eine Röhre gelangt man dort auf den Hohlaubgletscher und über diesen zum Hohlaubgrat.

Südwestgrat vom Allalinpass

Dieser Weg der Erstbesteiger wird heute weit seltener als die Westflanke oder der Hohlaubgrat begangen. Der Allalinpass ist in etwa drei Stunden sowohl von der Britannia- als auch von der Täschhütte erreichbar. Anfänglich führt der Weg über Firn, später auf Felsen zur Schulter (3752 m), eine Felsnadel wird links umgangen. Weiter geht es über den Firngrat zum felsigen Gipfelaufschwung. Das folgende schwierige Gratstück wird über Bänder in der Südostflanke umgangen, anschließend kehrt man zum Grat zurück. Ein weiterer Felsaufschwung kann direkt erstiegen oder über Firn in der Südostseite umgangen werden. Anschließend gelangt man zum Gipfelfirn und über diesen zum Gipfel. Vom Allalinpass benötigt man 1½ Stunden, stellenweise sind Kletterschwierigkeiten des II. Grads zu bewältigen, die Gesamtschwierigkeit wird mit WS+ bewertet.

Quelle: www.wikipedia

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