Pitztal
Expeditionsvorbereitung für den Pik Lenin
29./30. Mai 2009
Mit 20-25 kg Expeditionsgepäck zieht es uns: Dieter, Jerome, Thomas und mich am Pfingstwochenende ins vorgeschobene Basislager Pitztal. Ziel dieses Unternehmens ist die Vorbereitung auf unsere bevorstehende Expedition Pik Lenin.
Wir sind in dieser Konstellation das erste Mal unterwegs und jeder ist gespannt, wie wir am Berg zurechtkommen.
Die ersten Schritte mit dem schweren Gepäck sind die mühseligsten und sehr gewöhnungsbedürftig. Wir lenken uns mit ein paar Gesprächen ab und freuen uns schon auf die kleine Pause an der Materialseilbahn. Schade eigentlich, dass sie nicht im Betrieb ist.



Das erste Schneefeld erreichen wir 50 Meter unter dem neu restaurierten Taschachhaus. Nicht unweit des DAV Hauses finden wir auf einen Hügel einen schönen Platz mit Bergpanoramablick, und das kostenlos.



Unsere Zelte sind im Nu aufgestellt und auch die Isomatten finden nebeneinander Platz, wenn auch millimetergenau berechnet. Nachdem alles Material an seinem Platz ist, geht es an die ersten Trockenübungen. Anseilen am Gletscher, das Gehen am Seil, prusiken am Fels mit und ohne Tabloc usw.



Am Abend schmelzen wir Schnee für ein Süppchen, Nudeln und Co., müssen aber mit Entsetzen feststellen, wie schnell das Gas für die Kocher verbraucht ist. Um 20:30 Uhr legt sich schon der erste Eisfilm über die Wasser- und Schneepfützen und bevor wir auskühlen, verziehen wir uns in die warmen Daunenschlafsäcke. Jerome macht noch einen kleinen Abendspaziergang und pfeift uns in den Schlaf.


Um 6:00 Uhr morgens ist es taghell und wir sehen die ersten Nebelschwaden vom Tal aufwärts ziehen. Wir beschließen erst während des Frühstücks, das wir Richtung Bliggspitze gehen wollen, mit oder ohne Sicht. Mit Steigeisen, Schneeschuhen und etwas Proviant machen wir uns auf den Weg.



Das Wetter verschlechtert sich immer mehr. Mein Vorschlag, dass ich umkehren und schon die Zelte vor dem Schlechtwetter ins Trockene bringen könnte, wird dankend abgelehnt. Wir ziehen die Steigeisen an und nähern uns der 3000 m Grenze, jetzt ist die Sichtweite teilweise nur noch 20 Meter und der Schneefall wird stärker. Wir beschließen umzudrehen. Kaum zu glauben, aber unsere Spuren im Schnee sind so gut wie überhaupt nicht mehr erkennbar, und ohne Sonnenbrille nimmt man auch kleinere Schneehügel nicht wahr. Dieter packt sein GPS aus und führt uns mit kleinen Hindernissen (knietiefes Einsinken in Schneelöchern) zu den Zelten.



Peau à peau bauen wir unser Lager ab, und bringen es in dem Winterraum des Taschachhauses zum Trocknen. Die Überlegung noch eine Nacht abzuwarten, ist schnell verworfen und so packen wir wieder alles zusammen und steigen ab. Wir lernen beim Abstieg noch kurz die neue Hüttenwirtin mit einem Nepali kennen, die eine Woche später das Haus öffnen werden.



Nach 2 Stunden Marsch fangen die Füße an zu brennen wie Feuer, und wir sind froh als wir am Spätnachmittag unser Auto erreichen. Noch ein kurzer Einkehrschwung und ein Resümee unseres kleinen Ausfluges in die Expeditionswelt und wir fahren zufrieden nach Hause.

zurück |