Mit den Gämsen auf dem Weg zum Gimpel
3. / 4. Januar 2009
Die erste Tour in diesem Jahr führt uns in das Tannheimer Tal. Mit Zelt, Kocher, dicken Daunenschlafsäcken und „hosch den schun keart“ gehen wir Schritt für Schritt bergan.

Oberhalb des Gimpelhauses zwischen Rote Flüh, Gimpel und Köllenspitze stellen wir das Zelt für die kommende Nacht in einer windgeschützten Senke auf.


Nachdem wir unsere großen Trekking- und Expeditionsrucksäcke an unserem Lagerplatz entleert haben, folgen wir den Schneespuren hinauf zur Roten Flüh.


Bei strahlend blauem Himmel erreichen wir den Gipfel und können hier die über 200 km Fernsicht genießen.


Einige Raben umkreisen uns und warten auf Nahrung. Nein nicht auf uns, sondern auf die Essensabfälle. An den umliegenden Berghängen herrscht ein reges Ski- Treiben welches von hier oben gut verfolgt werden kann.


Nach einem längeren Aufenthalt am Gipfel steigen wir wieder hinunter zu unserem Zeltplatz.


Schnee schmelzen, etwas essen und trinken, das Notwendigste für die Nacht vorbereiten, die Rucksäcke in Plastiktüten verpacken (das Zelt ist zu klein für den ganzen Krempel) sind nun angesagt.


Wie im Flug vergeht die Zeit und es wird schnell kalt und finster. Es dauert einig Zeit bis wir in dem kleinen Zeltchen gegessen haben. Sitzen geht nicht und so muss das Essen im Liegen mehr oder weniger zielsicher in den Mund geschoben werden.


Ich liege auf dem Bauch und muss mich anstrengen das Nudelgericht aus dem Topf herauszufischen. Na dann Mahlzeit!
Die richtige Liegeposition für den Schlaf kann auch lange nicht gefunden werden. Bei jedem drehen ist entweder der Zeltstoff im Gesicht oder der Schlafsack. Aber die Nacht geht dann doch vorbei und beim ersten Blick aus dem Zelt kündigen die Wolken am Himmel eine Wetterverschlechterung an. Die warmen Schlafsäcke verlassen wir jedoch erst nachdem die ersten Sonnenstrahlen das Zelt erreichen.


Nach einem spartanischen Frühstück sind schon Seil, Karabiner und Steigeisen gepackt und wir finden uns eine halbe Stunde später in der Einstiegsroute auf dem „Normalweg“ zum Gimpel wieder. Die Route ist bereits auf den ersten Metern sehr steil. Aus diesem Grund klettern wir mit Steigeisen und Seilsicherung.
Ein ganzes Rudel Gämse begutachtet uns und steigt zu diesem Zeitpunkt hinab ins Tal. Weiter oben nimmt die Geländesteilheit ab und wir kommen zügig bis zur Scharte unterhalb des Gipfelgrates. Die Bedingungen am Grat lassen uns zu dem Entschluss kommen, dass ein sicherer Auf- und Abstieg auf der Nordseite nicht gegeben ist. Zusätzlich bläst jetzt ein sehr starker Wind aus nördlicher Richtung was uns unverzüglich umkehren lässt.


Unsere Spuren sind schnell verweht und zum Abbauen des Zeltes müssen wir uns sogar die Daunenjacken anziehen.
Mit klammen Fingern werden zuerst die schweren Ausrüstungsgegenstände im Rucksack verstaut. Das Zelt und das Seil sind noch an der richtigen Position, aber der Rest muss wegen des starken Windes schnell hineingestopft werden. Zu allem Übel ist jetzt auch noch der Verstellmechanismus der Schneeschaufel eingefroren und es braucht Gewaltanwendung bis sich dieses löst.


Wir steigen hinab zur Tannheimer Hütte und finden hier einen windgeschützten Platz um uns einen Tee zu kochen. Nach dieser Pause setzen wir den Abstieg ins Tal fort, müssen jedoch
unterhalb des Gimpelhauses wegen dem total vereisten Weg nochmals die Steigeisen anziehen. Unproblematisch erreichen wir das Auto.
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