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Mittwoch, 08 Sep 2010
YOU ARE HERE: Home Alpen 2008 Dom
Dom Festigrat
Geschrieben von: Dieter Porsche   
Montag, den 01. September 2008 um 00:00 Uhr

Dom (4.545 m) Festigrat

 

29. August 2008

 

Nach fünfstündiger Fahrt erreichen wir Randa (1430 m), unseren Ausgangsort für die Besteigung des Doms.

Vorbei an der Kirche und den schönen typischen walliser Häusern mit Edelweiß verzierten Fensterbänken gehen wir die Straßen bis zum Ende des Dorfes. Ab hier folgen wir den gut beschilderten Weg zur Europahütte.

 

 

Edelweiß verzierte Fenster in Randa

 

Europahütte in 2220 m Höhe

 

In der  wunderschön gelegenen Hütte legen wir eine kurze Rast ein und genießen die grandiose Aussicht auf Matterhorn und Weisshorn.

 

Weisshorn

 

Klettersteig zur Domhütte

 

Ab hier wird der Weg zur Domhütte steiler und ist zum Teil wie ein Klettersteig mit Drahtseilen, Eisenstiften und Leitern versichert. Nach vier Stunden Aufstieg in der herrlich warmen Nachmittagsonne liegt die Domhütte auf 2940 m vor uns.

 

Klettersteig zur Domhütte

 

Domhütte auf 2940 m

 

 

Jetzt können wir auch den Dom mit dem langen Festigrat begutachten. Ein beeindruckender Grat inmitten einer herrlichen Bergkulisse.

 

Dom mit dem Festigrat

 

Edelweiß

 

In der Domhütte werden wir freundlich von der Hüttenwirtin begrüßt und bekommen unser schmuckes Nachtlager zugewiesen.

 

Bettenlager in der Domhütte

 

Aussicht auf das Matterhorn

 

Wie setzen uns zuerst einmal auf die gut besuchte Terrasse und stillen unseren Durst. Am Abend steigen wir entlang der Moräne bis in etwa 3200 m hinauf und erkunden den Weg zum Festigletscher für den nächsten Morgen.

 

30. August 2008


Nach einer erholsamen Nacht ohne Schnarcheinlagen werden wir um 3 Uhr von der Hüttenwirtin geweckt. Zum Frühstück gibt es frisch gebackenes Brot, Müsli und Orangensaft, ein Novum in dieser Höhe.

Wir verlassen die Hütte als Erste und steigen im Lichtkegel der Stirnlampen eine gute halbe Stunde über die Moräne zum Festigletscher. Der Weg auf dem Gletscher ist nun in der Nacht doch nicht mehr so eindeutig wie ich das mir gestern vorgestellt habe. In 3300 m Höhe stehen wir dann vor einem Gletscherabbruch und tiefen Spalten. Also ziehen wir die Steigeisen an und überwinden die Steilaufschwünge mit sauberer Steigeisentechnik. Nach dieser kurzen Steileisklettereinlage gelangen wir in das eigentliche Gletscherbecken. Wir seilen uns an und setzen den Aufstieg in gleichmäßigem Tempo fort. Nach einer weiteren Stunde kommen wir in die Nähe des Fetijochs und suchen in der Dunkelheit den vermeintlich tiefsten Punkt.

Ca. 40 Bergsteiger suchen den angeblich markierten Einstieg, können ihn aber nicht ausfindig machen. Die Seilschaften versuchen an verschiedenen Stellen nach oben zu kommen, müssen jedoch alle wieder absteigen weil kein geeigneter Weg vorhanden ist. Als es zu Dämmern beginnt ist der logische Aufstieg jedoch einfach zu finden. Eine Markierung ist nicht vorhanden, aber ein blaues Fixseil ist am Einstieg angebracht und entschärft die Aufstiegsroute (II) zum Joch.

 

Beginn des Festigrates

 

Fotografieren im ersten Morgenlicht

 

Oben am Joch erinnern Kreuze und Gedenktafeln an die verunfallten Bergsteiger am Festiggrat. Ich bin gespannt was uns an dem Grat erwartet.

 

Festigrat

 

Seraczone

 

Nach einem kurzen Abstieg im Fels sind wir am Einstieg zum Festigrat der in östlicher Richtung beginnt. Schon nach wenigen Metern auf dem Grat ist klar, dass wir heute optimale Schneebedingungen haben und somit der Aufstieg in den ca. 45° steilen Gelände gefahrlos möglich ist.

 

Matterhorn vom Festigrat aus gesehen

 

Die Hälfte des Grates liegt hinter uns

 

Ungefähr die Hälfte des Grates müssen wir noch im Schatten aufsteigen bis wir gegen 8 Uhr die ersten wärmenden Sonnenstrahlen genießen können. Sofort legen wir eine Fotopause ein um die Morgenstimmung festzuhalten.

 

Zwei Bergsteiger von uns

 

Der Montblanc war irgendwie einfacher

 

Vor hier aus ist nun auch die gesamte Aufstiegsroute zum Gipfel einzusehen.

 

 

Wunderschöner Firngrat zum Gipfel

 

Blick zum Hohberghornjoch

 

Drei weitere Aufschwünge liegen noch vor uns bis wir an dem Punkt ankommen, wo die Normalroute und der Festigrat zusammentreffen.

 

Die Höhe macht sich bemerkbar

 

Gipfel ist in Sicht!

 

Die Normalroute führt über den Hohberggletscher und zum Teil steil über die Nordwestflanke. Noch eine letzte Anstrengung und wir erreichen das kleine Firnplateau vor dem eigentlichen Gipfel.

 

Das Gipfelkreuz gibt neue Kraft

 

Ausgesetzter Grat zum Gipfelkreuz

 

Hier sind bereits mehrere Bergsteiger die gerade ihr Gipfelfoto machen. Von dem Plateau aus führt ein kurzer ausgesetzter Firngrat zum Gipfelkreuz des Doms.

 

Matterhorn, Montblanc und Weisshorn

 

Täschhorn, hinten Dufourspitze und Liskamm

 

Bei schlechten Verhältnissen durchaus eine Herausforderung, heute jedoch ein Genuss. Bei wolkenlosem Himmel sind einige 4000er wie das Matterhorn, die Mischabelkette und das Montblanc Massiv gut sichtbar.

 

Gipfelbild

 

Letzter Blick zum Gipfel

 

Nach kurzer Rast machen wir uns an den Abstieg über die Normalroute. Im Gletscherbecken des Hohberggletschers brennt die Sonne erbarmungslos und wir versuchen so schnell wie möglich diesen Abschnitt hinter uns zu bringen.

 

Abstieg über den Normalweg

 

Gegenanstieg zum Festijoch

 

Kurz vor dem Festijoch führt die Spur in einem weiten Bogen um eine Serakzone und dann in einem kurzen Gegenanstieg hinauf zum Joch.

 

Eisabbruch bedroht die Route

 

Gefahrenzone liegt hinter uns

 

Hier gönnen wir uns eine längere Pause um dann den Abstieg über unsere Aufstiegsroute zurück zur Domhütte fortzusetzen.

 

Abstieg vom Festijoch zum Festigletscher

 

Kletterpassage zum Festijoch

 

Die Steilstufe am Gletscherabbruch können wir nun auch elegant umgehen und kommen so recht flott um 14:30 Uhr zur Hütte.

 

Dom mit dem imposanten Festigrat

 

Nun schnell zur Hütte

 

Nach kurzer Rast beginnen wir mit den nicht enden wollenden Abstieg ins Tal.

Glücklich aber mit brennenden Füßen erreichen wir nach 3100 Metern Abstieg Randa gegen 18:30 Uhr.

 

Informationen zum Berg ....

 

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