Montblanc (4.810 m) Goûter-Route
09. August 2008
Gemütlich starten wir von Les Houches mit der Bellevue-Seilbahn, dann mit der Zahnradbahn Tramway du Mont Blanc (TMB) zur Bergstation Nid d’Aigle (wörtlich "Adlernest") auf 2372 m.Von hier aus geht es nun zu Fuß zur Schutzhütte Refuge Tête Rousse auf 3167 m.


Sie ist eine bewirtschaftete Hütte die sich als Ausgangspunkt für die Besteigung des Montblanc über eine der "Normalanstiege" eignet. Da die Refuge du Gouter in 3817 m Höhe permanent überfüllt ist entscheiden wir uns für die Refuge Tête Rousse und übernachten hier.

10. August 2008
Um 0.30 Uhr ist Weckzeit und um 1.00 Uhr stehen wir vor der Hütte und beginnen mit dem Aufstieg. 700 Höhenmeter durchqueren wir das berüchtigte Grande Coloir (oder auch die Goûter Flanke, I-II, teilweise Stahlseile) bis zur Refuge du Gouter. Glücklicherweise ist nur eine Seilschaft vor uns und somit bleiben wir von dem berüchtigten Steinschlag in dieser Flanke verschont. Vor der Refuge du Gouter ist bereits ein lebhaftes Treiben. Viele Seilschaften sind bereits vor einer oder zwei Stunden zuvor gegangen uns so sind bei unserer Ankunft um 3:30 Uhr nur noch die „Nachzügler“ vor der Hütte. Wie alle anderen Bergsteiger ziehen wir hier die Steigeisen an und reihen uns als Seilschaft in die Aufstiegskolonne. Zuerst geht es in südöstlicher Richtung zum Dome du Gouter (4304 m). Die endlose Lichterkette der Stirnlampen ist ein Schauspiel besonderer Art. Für Bergsteiger die die Einsamkeit bevorzugen ist diese Route sicher nichts aber ich genieße den Anblick der Lichterkette und konzentriere mich darauf das richtige Tempo zu finden.

Das ist jedoch gar nicht so einfach da die Seilschaften vor uns immer wieder stehen bleiben und wir kaum überholen können. Als wir um 5:00 Uhr den Dom de Gouter erreichen können wir die Stirnlampen ausschalten. Vor uns liegt der Montblanc im ersten Morgenlicht und wir sehen wie sich die Lichterkette bereits bis zum Bosse-Grat hinaufzieht. Nach einer kurzen Pause beginnen wir mit dem leichten Abstieg in das Col zwischen Dom du Gouter und Montblanc wo wir vor dem Aufstieg zur Vallot-Hütte erst noch Bekleidung ablegen.


Langsam aber stetig gewinnen wir an Höhe und sind um 6:00 Uhr an der Vallot-Hütte (4370 m). Es dämmert langsam und ich kann das Geschehen mit der Kamera festhalten.


Der ist zuerst ein breiter Rücken und für dann über die zwei Bosse (kleiner und großer) zum eigentlichen Gipfelgrat der im oberen Teil ausgesetzt ist. Bei Sturm kann der Aufstieg über diesen Abschnitt auch gefährlich sein. Heute haben wir jedoch mit dem Wetter großes Glück: Es ist nicht zu kalt und der Wind ist im angenehmen Bereich. Gestern war das Wetter auch gut, aber der Wind war so kalt, dass die Bergsteiger in der Vallot-Hütte zwei Stunden ausharren mussten bis sie den Aufstieg fortsetzen konnten.

Die Sonne ist aufgegangen und wir steigen auf dem eleganten Grat zum Gipfel.

Um 8.30 Uhr stehen wir dann auf dem Dach der Alpen und unsere Lungen waren dankbar für eine halbstündige Pause.


Wir haben einen fantastischen Ausblick auf die fernen Berner Alpen sowie die Walliser Alpen mit dem Matterhorn. Im Südosten baut sich dann der Gran Paradiso auf und die Gipfel des Dauphins runden das Bild ab.


Dieter zeigt mir die Routen am Montblanc die er schon durchstiegen hat.
Die Überschreitung des Montblanc über den Mont Maudit, Mont Tacul zur Aiguille du Midi.

Der Anstieg auf den Mont Maudit über den Südostgrat, auch Kuffner-Grat genannt. Eine Tour mit Eis bis zu 60° und Felskletterei im III. und IV. Schwierigkeitsgrad.
Neben vielen andern Touren auch der – Ausstieg aus dem extremen Klassiker "Peuterey-Grat".


Der Abstieg war gemütlich, die sinkenden Höhenmeter machen sich auch positiv bemerkbar.
Die starke Sonneneinstrahlung am Dome du Gouter lässt uns nochmals ein Schritt schneller werden.


Eine Pause ist in diesem Fall nicht zu empfehlen, jeder Gegenanstieg wird sonst zur Qual.
Um 11.00 Uhr sind wir zurück an dem Refuge du Gouter, wo wir nach einer kurzen Pause zur Refuge Tete Rousse absteigen. Unzählige Bergsteiger sind im Abstieg – zum Glück fast alle vor uns wodurch die Steinschlaggefahr stark gemindert wird. In der Nähe von der Tete Rousse machen wir nochmals eine letzte Pause bevor wir hinunter zur Zahnradbahnstation Nid d’ Aigle absteigen. Hier gibt es nochmals etwas Stress bis wir in dem total überfüllten Zug doch noch zwei Plätze ergattern können. Dieser Stützpunkt ist für viele Touristen ein Ausflugziel und die Franzosen scheinen mehr Menschen hoch zu befördern wie herunter. Das ist auch der Grund wodurch mehrer Züge bei unserer Ankunft schon ausgebucht sind. Wir müssen jedoch die Seilbahn nach Les Houches noch vor Dienstschluss erreichen. Schlussendlich klappt doch alles nach Plan und wir sitzen um 15:30 Uhr bei einem kühlen Bier im Tal.

Für wohl jeden Bergsteiger ein Genuss nach so einer Tour!
Informationen zum Berg ....
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